SMD - Was, warum und wie

SMD - was ist das überhaupt

SMD steht für (S)urface (M)ounted (D)evice, ein Bauteil also, welches nur noch auf der Oberfläche einer Platine befestigt wird. Dadurch können die für herkömmliche Technik (DIL) typischen "Anschlussdrähte" entfallen, die Bauteile werden (erheblich) kleiner. Außerdem entfällt das Bohren der Löcher zur Montage der Bauteile. Daher werden bei industrieller Fertigung heute fast nur noch SMDs verbaut. Aber auch für den Hobbyelektroniker sind SMDs nicht uninteressant...

Eine kleine Gegenüberstellung

Vorteil

Nachteil

SMD
  • Es sind keine Bohrungen mehr nötig
  • Bauteile und Leiterbahnen liegen auf derselben Seite der Platine
  • Die Abmessungen der Schaltung sind geringer
  • Es gibt keine (gut nutzbaren) Experimentierplatinen, es muss geätzt werden
  • Bauteile sind teilweise nicht mehr beschriftet
  • Teilweise nicht so leistungsfähig (Widerstände haben statt 0,25W nur noch 0,1W)
  • Auslöten von mehrpoligen Bauteilen (ICs) schwierig
  • DIL
  • Experimentierplatinen erhältlich, Spontanaufbauten möglich
  • Deutlichere Bauteilkennzeichnung
  • Für "Hochstromanwendungen" eher geeignet
  • Für Anfänger einfacher zu löten
  • Schaltung wird größer
  • Bauteile und Leiterbahnen liegen auf unterschiedlichen Seiten der Platine
  • Beim "Herstellen" einer Platine Bohren nötig
  • SMD - Warum und wie

    Aber warum sollte sich nun der Gelegenheitsbastler damit herumschlagen?
    Nun, da ist zum einen die Platzersparnis und zum anderen die Möglichkeit, auf das Bohren von Löchern verzichten zu können. Ich hatte schon länger auf Lochrasterexperimentierplatinen gebaut. Eines Tages habe ich mich nun an eine Schaltung gewagt. die in einer Weiche Platz finden sollte! Ich wusste im Vorhinein, dass eine Experimentierplatine ausschied (zu groß), ich würde eine Platine layouten und ätzen müssen! Da kam mir der Gedanke, die Schaltung in SMD zu realisieren. Ich began also, mich näher mit der Thematik zu befassen, und habe mir die ersten Gerätschaften angeschafft:
  • Eine Lötnadel (siehe Lötstation, den 30W Lötkolben darf man getrost im Schrank lassen!)
  • Eine SMD Sortimentskasten (Ohne Beschriftung ist das Chaos sonst gleich riesig!)
  • 0,7 mm Elektroniklötzinn
  • Einen Pinzettensatz
  • (Lötpaste, das war aber eine Fehlinvestition, das Zeug funktioniert zwar hervorragend, man braucht es nur nicht)


  • Mehr ist nicht nötig, sondern nur Geldverschwendung ;-)

    Als ich dann meine erste Schaltung aufgebaut habe, habe ich festgestellt, dass es nicht viel schwieriger ist als eine Schaltung in herkömmlicher Technik aufzubauen. Dioden sind etwas "friemelig", da sie rund sind und leicht wegrollen, aber Widerstände, Kondensatoren (Abmessungen 1206, von kleineren Teilen kann ich nur abraten, die sind für Automaten gut und nicht mehr für Hände!) und ICs kann man einfach auf die Platine legen und verlöten.
    Ach ja, noch ein Wort zur Beschriftung bei Widerständen: die ersten zwei Ziffern sind der Wert, die dritte die Hochzahl des Multiplikators (102 = 10*10^2 = 1k).
    Hier noch ein Größenvergleich, die Bauteile haben jeweils gleiche Funktion:



    Von rechts nach links:
  • Transistor SMD / DIL
  • Diode 4148 SMD / DIL
  • Widerstände SMD 0805 / SMD 1206 / DIL
  • IC (ULN 2004) SMD / DIL!

  • Die SMD - Widerstände können allerdings im Vergleich zur DIL - Variante (0,25W) nur noch 0,1 W Leistung aufnehmen, für Anwendungen im Elektronikbereich (z.B. Dekoder) reicht das aber normalerweise.